Prof. Kano, der Gründer des Judo erklärte Judo folgendermaßen:
"Wenn JiuJitsu eine Kunst ist, erst nachzugeben, um dann den Sieg zu erringen, dann bedeutet Judo den Weg oder Grundsatz desselben."
Ju (=sanft oder nachgeben) Do (=Weg oder Grundsatz).

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Für Kano ist Judo also kein Kampfsport, sondern der "sanfte Weg". Die Zweikampftechniken des Judos sind "nur" eine überaus sinnvolle Methode des möglichst wirksamen Gebrauches von Körper und Geist und des gegenseitigen Helfens und Verstehens zum allgemeinen Wohlergehen!

Wenn wir es schaffen, die beiden Prinzipien
"Sei-Ryoku-Zen-Yo" "Bester Einsatz von Geist und Körper " und "Ji-Ta-Kyo-Ei", "Gegenseitige Hilfe für den wechselseitigen Fortschritt und das beiderseitige Wohlergehen" zu leben, dann immer machen wir Judo - selbst wenn wir keinen Judoanzug tragen und keinen Kampfsport betreiben!

Der wirksame Gebrauch von Körper & Geist, kurz: Die Effektivität ist die eine Tugend, die man im Judo übt. Damit verbunden ist das andere Prinzip: nämlich die Effektivität zum gemeinsamen Wohlergehen, also zum Wohle der Menschen, der Humanität einzusetzen. Die Entwicklung und gesunde Balance beider Werte ist Ziel des Judo. Würde man die Effektivität überbetonen, bliebe die Menschlichkeit auf der Strecke. Würde man den humanitären Wert überbetonen, liefe man Gefahr den ökonomischen Wert eines jeden Tuns aus dem Blick zu verlieren. Beide Prinzipien, beide Werte, bedingen sich. Nur wer beide Werte lebt, macht Judo!

Das Schaubild versucht dies zu verdeutlichen:

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(Siehe zur Psychologie des Wertequadrates auch:
Helwig P.: Charakterologie. Freiburg im Breisgau 1967, und:
Schulz von Thun F.: Miteinander reden. Band 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Differentielle Psychologie der Kommunikation. Reinbek bei Hamburg 1990,S.38ff.: Das Werte- und Entwicklungsquadrat ) 


Lars Lange, Judo, Psychologie, JudoPsychologie, larslange, Führung, Kommunikation, Berater, Führungskraft